Berufskolleg an der Lindenstraße

Spannende Familiengeschichten – Lesung und Preisverleihung zum diesjährigen Schreibwettbewerb am bkal

Köln, den 15.03.2017 - Jede Familie ist anders. Und in jeder Familie werden Geschichten erzählt – über vergangene Zeiten oder kleine Alltagserlebnisse, über freudige, traurige oder dramatische Ereignisse. Familiengeschichten kreisen um Themen wie Heimat, Tod, Liebe, Trennung, Vergangenheit und Zukunft; oft geht es um Verluste oder Erfolge, Siege oder Niederlagen.

Seit fünf Jahren gibt es inzwischen den Schreibwettbewerb am bkal. Schülerinnen und Schüler aller Bildungsgänge sind immer wieder dazu eingeladen, Kurzgeschichten, Gedichte oder Essays zu einem vorgegebenen Thema zu schreiben und einzureichen. Die Texte werden dann von einer Jury, bestehend aus Lehrern und Schülern, beurteilt. Den Abschluss des diesjährigen Schreibwettbewerbs zum Thema „Familiengeschichten“ bildete nun eine Lesung mit Preisverleihung in der Aula des bkal.

Die Gewinnertexte werden als E-Books bei Amazon veröffentlicht.

Polina Bespiatov, die Gewinnerin des Vorjahres, las ihr nachdenkliches Sonnenuntergangsgemälde, in dem die Verfasserin daran erinnerte, dass Kriege nicht nur von den Soldaten den Umgang mit einschneidendem Unglück verlangen, sondern vor allem auch von deren Familien. Artin Khodabandeh griff in seiner Geschichte mit dem doppeldeutigen Titel Weg von hier auf eindringliche Weise das Thema von Vertreibung und Flucht auf und erinnert daran, dass hinter politischen Themen immer auch die Schicksale von Menschen stehen. Danach wendete sich Alexander Gisbrecht in origineller Weise und mit präziser Sprache einer ganz anderen Familiengeschichte zu, die sich in Küche und Badezimmer zuträgt (Der Test). Margarita-Sofia Weber zeichnete in ihrer Familiengeschichte in leiser, unaufgeregter Sprache einen Nachmittag am Meer aus der Sicht eines Kindes nach. Der Beschwörung dieser idyllischen Vergangenheit setzte dann Elisabeth Schmiofski mit Ein Familie zwischen uns, Justin Kesselfleisch, Frau Buche und den Tieren, ebenfalls aus der Sicht eines Kindes verfasst, dessen Verzweiflung an der Verantwortungslosigkeit von Erwachsenen entgegen. Sie stellte damit auch die Frage nach dem, was Familie ist – wo beginnen und enden Gemeinsamkeiten, wo liegen die Grenzen von Gemeinschaft? Isabelle Jobst eröffnete abschließend in Die Schnaps-Verschwörung den Blick darauf, dass Familien in der Not besondere Herausforderungen meistern müssen – und dass innerhalb von Familien aus gegenseitiger Hilfsbereitschaft, vor allem auch aus der Verantwortung von Eltern und Kindern füreinander, eine besondere Kraft erwachsen kann. Die Schnaps-Verschwörung wurde mit dem ersten Preis ausgezeichnet, alle anderen Nachwuchsschriftsteller erhielten für die besondere Qualität ihrer Texte Sonderpreise. Es gab viel Applaus von einem aufmerksamen Publikum.

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