Berufskolleg an der Lindenstraße

Digitalisierung – Was bedeutet das konkret in der Berufsausbildung?

Die zunehmende Digitalisierung aller Lebensbereiche führt zu einem stetigen Wandel des Alltags der Menschen, aber welche digitalen Kompetenzen müssen junge Menschen in Zukunft erwerben, um ihr berufliches und soziales Leben gestalten zu können und welche digitalen Kompetenzen werden zukünftig wichtig für einzelne Berufsbilder?

Die Kultusministerkonferenz hat zur ersten Fragestellungen im Dezember 216 ihre Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ veröffentlicht. Darin heißt es: „Die Lehr- und Bildungspläne der Länder sollen dahingehend überprüft werden, welche Beiträge die einzelnen Unterrichtsfächer hinsichtlich des Kompetenzrahmens heute schon leisten und welche Anforderungen noch ergänzt werden müssen. Die Überarbeitung der Lehr- und Bildungspläne aller Fächer für alle Schulformen und Schulstufen durch die Länder kann angesichts der hohen inhaltlichen Dynamik im Bereich der Digitalisierung und der gebotenen Beteiligung der Fachöffentlichkeit nur schrittweise erfolgen.“. (Sekretariat der Kultusministerkonferenz: Bildung in der digitalen Welt Strategie der Kultusministerkonferenz, , Berlin 2016, S. 18 f)

Die Halbwertzeit von zu vermittelnden Lerninhalten und zu erwerbenden Kompetenzen ist in der beruflichen Bildung besonders aufgrund des technologischen Fortschritts und der Digitalisierung deutlich kürzer als im allgemeinbildenden Bereich. Deshalb trafen sich am 14.März Ausbildungs­verantwortliche und Berufsschullehrer aus verschiedenen Bundesländern, Bildungsexperten des Bundesinstitutes für berufliche Bildung, des Kuratoriums der deutschen Wirtschaft für Berufsbildung, Entwickler digitaler Bildungsmedien und Vertreter des Callcenter-Verbandes und des Deutschen Dialogmarketingverbandes um auf Einladung des Berufskollegs an der Lindenstraße einen ersten Schritt auf dem von der KMK skizierten Weg zu unternehmen.

Die Teilnehmer der Tagung beschäftigten sich in aktiver Lernortkooperation in Kleingruppen mit dem Kompetenzkatalog der KMK. Sie wählten daraus die Kompetenzen aus, die sie für die stark von der Digitalisierung betroffenen Berufsbilder Servicefachkraft und Kaufleute für Dialogmarketing für besonders wichtig hielten, versuchten diese Kompetenzen für das Berufsbild zu konkretisieren, weitere nicht digitale Kompetenzen zu ergänzen und die Anforderungen an Hard- und Softwareausstattung der Schulen sowie den Fortbildungsbedarf von Ausbildern und Lehrern zu umreißen.

Absolute Einigkeit herrschte anschließend darüber dass eine Überarbeitung der Ordnungsmittel wünschenswert erscheint.Die erarbeiteten Ergebnisse sollen eine erste inhaltliche Grundlage für diesen Prozess darstellen.Darüber hinaus forderten alle Beteiligten eine bessere Ausstattung der Schulen mit Hard- und Software und hielten aber vor allem auch eine erheblich intensivere personelle Unterstützung bei der Betreuung der Netzwerke und Infrastruktur für unerlässlich. Es sei auf Dauer nicht tragbar, dass Lehrer diese Aufgaben „nebenbei“ erledigten. Die Teilnehmer waren sich einig: „Wenn Digitalisierung einen derart entscheidenden wirtschaftlichen Faktor darstellt, müssen gerade Berufsschullehrer auch stärker darin unterstützt werden ihrerseits die entsprechenden digitalen Kompetenzen zu erwerben, aber auch das geht nicht zum Nulltarif und auch nicht vorwiegend im Selbststudium am Wochenende.“

Krey-de Groote, 22.3.17

siehe auch teletalk.de

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